Lexikon Open Source

Definition Open Source

Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode öffentlich einsehbar ist und die unter einer Lizenz steht, die Nutzung, Änderung und Weitergabe erlaubt. Der Begriff geht über den bloßen Zugriff auf den Quellcode hinaus: Entscheidend sind die Lizenzbedingungen.

Wer Open-Source-Software einsetzt, kann sie prüfen, anpassen und je nach Lizenz weitergeben. Bekannte Beispiele aus dem Webbereich sind die Content-Management-Systeme WordPress und Contao.

Inhaltsübersicht

Open Source heißt nicht rechtefrei. Auch quelloffene Software steht unter einer Lizenz, deren Bedingungen Sie einhalten müssen.

Quellcode in der Mitte, umgeben von Einsehen, Nutzen, Ändern und Weitergeben
Bei Open-Source-Software ist der Quellcode einsehbar, und eine Lizenz regelt Nutzung, Änderung und Weitergabe.

Bedeutung Warum ist Open Source wichtig?

Ein großer Teil des Webs läuft auf quelloffener Software, von Betriebssystemen über Webserver bis zu Content-Management-Systemen. Unternehmen profitieren davon, weil sie nicht an einen einzelnen Hersteller gebunden sind und den Code prüfen lassen können.

Für Webseitenbetreiber heißt das: Sie wählen ein CMS oft nicht nur nach Funktionen, sondern auch danach, wer es weiterentwickelt, wie aktiv die Community ist und unter welcher Lizenz es steht.

Funktionsweise Welche Open-Source-Lizenzen gibt es?

Die Lizenz bestimmt, was mit der Software erlaubt ist und was Sie weitergeben müssen. Die Open Source Initiative (OSI) beschreibt zehn Kriterien, die eine Lizenz erfüllen muss. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

  • Starkes Copyleft: Abgeleitete Werke müssen unter derselben Lizenz stehen. Ein Beispiel ist die GPL, unter der WordPress veröffentlicht ist.
  • Schwaches Copyleft: Änderungen an der Software selbst bleiben offen, Programme, die sie nur nutzen, sind freier. Ein Beispiel ist die LGPL, unter der Contao steht.
  • Permissive Lizenzen: Sie stellen kaum Bedingungen, meist genügt der Hinweis auf die Urheber. Beispiele sind die MIT- oder BSD-Lizenz.

Beispiel Open Source in der Praxis

WordPress steht unter der GPL in Version 2 oder höher. Laut WordPress.org erben auch Plugins und Themes, die auf dem WordPress-Code aufbauen, diese Lizenz. Contao wird unter der LGPL-3.0 veröffentlicht.

Für Anwender bedeutet das: Sie dürfen beide Systeme einsetzen und anpassen. Was Sie bei Änderungen oder Weitergabe beachten müssen, richtet sich nach der jeweiligen Lizenz und sollte bei Zweifeln rechtlich geprüft werden.

Praxis Chancen von Open Source im Online-Marketing

Für Webprojekte bringt Open Source eine Reihe von Vorteilen, die über die Lizenzkosten hinausgehen:

  • Transparenz: Der Quellcode lässt sich prüfen, etwa auf Sicherheit oder Datenabfluss.
  • Unabhängigkeit: Sie sind nicht an einen Hersteller gebunden und können den Dienstleister wechseln.
  • Anpassbarkeit: Funktionen lassen sich erweitern, ohne auf den Hersteller zu warten.
  • Community: Viele Beteiligte entwickeln Erweiterungen, finden Fehler und geben Unterstützung.

Abgrenzung Pflichten und Missverständnisse

Open Source ist nicht automatisch kostenlos. Die Open Source Definition verbietet zwar Gebühren für die Weitergabe, erlaubt aber den Verkauf der Software, und Betrieb, Pflege und Anpassung kosten Zeit und Geld.

Offen ist auch nicht dasselbe wie sorgenfrei: Sicherheitsupdates müssen eingespielt werden, entweder von Ihnen oder von Ihrem Dienstleister. Und Software, deren Code nur einsehbar ist, ohne Änderung und Weitergabe zu erlauben, ist nach dieser Definition nicht Open Source.

FAQ Häufige Fragen zu Open Source

Ist Open Source kostenlos?

Oft ist die Software ohne Lizenzgebühr erhältlich, zwingend ist das nicht. Betrieb, Pflege und Anpassungen verursachen in jedem Fall Aufwand.

Ist Open Source sicherer als geschlossene Software?

Nicht automatisch. Offener Code lässt sich leichter prüfen, Sicherheit hängt aber von Pflege, Updates und Konfiguration ab.

Darf ich Open-Source-Software kommerziell nutzen?

In der Regel ja. Die Open Source Definition verbietet es Lizenzen, bestimmte Einsatzfelder wie Unternehmen auszuschließen. Details regelt die jeweilige Lizenz.

Was ist der Unterschied zwischen Open Source und freier Software?

Beide Begriffe beschreiben ähnliche Lizenzen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: Freie Software betont Freiheiten, Open Source den offenen Entwicklungsansatz.

Fazit

Open Source gibt Ihnen Einblick und Handlungsspielraum, verlangt aber Sorgfalt bei Lizenz und Pflege. Wer beides beachtet, gewinnt Unabhängigkeit und Flexibilität.

Quellen, weiterführende Links

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