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Datenschutz-Generator nach DSGVO verstößt gegen Google Qualitätsrichtlinien

6. März 2018 — Google

Die kommende DSGVO wirft Ihre Schatten voraus. Wer nun pflichtbewusst seine Datenschutzerklärung DSGVO-konform anpassen will, findet derzeit nur wenige aktuelle und brauchbare Datenschutz-Generatoren. Der Muster-Generator von WBS-Law und dg-datenschutz.de gibt aktuell allerdings einen Code aus, der meiner Meinung nach ganz klar gegen die Google Richtlinien verstößt (Teilnahme an Linktauschprogramm), wodurch eine Abstrafung droht. Also Vorsicht!

Code des Datenschutz-Muster-Generators

Man kann zuerst ganz einfach die Optionen aktivieren und erhält dann wie üblich einen Mustertext zum Einbau.
Der sieht aktuell bei WBS-Law und dg-datenschutz.de aus wie folgt.

Code des Datenschutz-Muster-Generators

Code des Datenschutz-Muster-Generators (Ausschnitt; Hervorhebung durch den Verfasser; abgerufen am 7.3.2018)

Das geübte Auge erkennt drei Links, welche follow verlinkt sind, mit folgenden Linktexten:

  • Externer Datenschutzbeauftragter Rosenheim
  • gebrauchte Computer
  • WILDE BEUGER SOLMECKE | Rechtsanwälte

Diese Linktexte werden übrigens variiert, wobei das am Problem nichts ändert:

Linktexte (abgerufen am 7.3.2018)

Linktexte

Verstoß gegen Google-Richtlinien

Jedem Suchmaschinenoptimierer stellen sich allein bei den Linktexten schon die Nackenhaare auf.
Da diese Links follow (https://de.wikipedia.org/wiki/Nofollow) verlinkt sind, geben diese Links in Google-Sprache Pagerank (vereinfacht vergleichbar mit Suchmaschinenpower) weiter. Das ist vermutlich auch der Grund, warum die verlinkten Seiten das genauso machen und warum da auch völlig themenfremde Links zu gebrauchten Computern dabei sind.
Übersetzt: alle Seiten mit dem eingebauten Datenschutztext inkl. dieser Verlinkungen empfehlen die verlinkten Seiten, was diesen Seiten bei der Google Positionierung eigentlich stark hilft.

Eigentlich.

Denn da praktisch kaum ein Webmaster diese Links freiwillig einbindet, sondern gewissermaßen nur gezwungen durch den Text des Datenschutzgenerators, müssten diese Links nach den Google-Qualitätsrichtlinien nofollow (oder via robots.txt-gesperrter Seite) verlinkt werden. Denn es liegt im engeren Sinne ja keine bewusste Empfehlung des Webmasters vor. Deshalb dürften diese gleichsam erzwungenen Links in Google Sprache keinen Pagerank vererben.
Tun sie es wie vorliegend doch, findet sich das in den Google Qualitätsrichtlinien unter Linktauschprogramme.

Meiner Meinung nach verstößt daher diese Art der inkludierten Links ganz klar gegen diese Google-Qualitätsrichtlinien.

Die potentiellen Risiken

Bei massenhaft auftretenden, besonders offenkundigen oder gemeldeten Fällen, kommt Google mit dem Webspam-Team relativ schnell auf solche Verstöße.
In den meisten Fällen wurden bis dato die verlinkenden Seiten und meist auch die verlinkten Seiten mit Sichtbarkeitseinbußen in der organischen Suche bestraft.
Je nach Fall sind diese Strafen auch nach Behebung der Ursachen übrigens nicht immer so schnell auch wieder zu beseitigen.

TL;DR
Wer den generierten Mustertext so einbaut, riskiert unter Umständen eine Sichtbarkeitsabstrafung durch Google.

Bedingungen des Datenschutz-Muster-Generators

Man darf nun nicht einfach das generierte Datenschutz-Muster ohne diese Links einbauen. Das erlauben deren Bedingungen nicht:

Bedingungen des Datenschutz-Muster-Generators

Bedingungen des Datenschutz-Muster-Generators (Auszug, Hervorhebungen durch den Verfasser; abgerufen am 7.3.2018)

Neben der Einwilligung in Werbung (muss man technisch nicht anklicken, geht aber nicht eindeutig hervor) darf man den generierten Text nur unter der Voraussetzung nutzen, „dass die eingefügten Links zu unseren Internetseiten und Partnerseiten übernommen werden“.

Lösung

Man muss die Links also übernehmen. Legt man das eng aus, darf man die Links auch nicht manipulieren und mit rel="nofollow" verlinken.

Es bleibt daher nur die Datenschutzseite an sich per meta robots auf noindex,nofollow zu stellen.
Das hat zwei Vorteile:

  1. Suchmaschinen indizieren diese Seite nicht. Das brächte sowieso nichts, da der Inhalt überwiegend als Dublette erkannt wird und als Suchtreffer inhaltlich für Ihre Seite ja auch nicht wichtig ist.
  2. Suchmaschinen folgen den Links nicht. Das ist unser primäres Ziel, denn damit sollte man den Google-Qualitätsrichtlinien entsprechen.

Spitzfindige könnten allerdings behaupten, auch damit wären die Links nicht „übernommen“ im Sinne der Bedingungen. Denn Sinn und Zweck ist ja offenbar, die verlinkten Seiten für Suchmaschinen zu stärken. Sonst hätte man diese Links ja nofollow verlinkt. Das ist für fachkundige Suchmaschinenoptimierer seit Jahren bekannt. Vermutlich ist das ja auch Teil der Finanzierungsstrategie.

Fazit

Wer also auf Nummer sicher gehen will, verwendet einen anderen Datenschutz-Generator. Oder wandert aus. Auch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Anbieter das ändert.

Was ist Eure Meinung dazu? Welche Generatoren nutzt Ihr bzgl. der DSGVO?

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