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Social Signals, Nutzerverhalten ein Rankingfaktor?!

25. November 2014 — Google Suchverhalten
signals-ranking

Seit Jahren gibt es eine nachweisbare Korrelation zwischen positivem Nutzerverhalten (User Intent), social Signals und dem Ranking von Webseiten bei Google & Co. Sind demnach Nutzersignale, social Signals womöglich ein spezieller Rankingfaktor?! Denn von offizieller Seite wird dies zumindest für social Signals eher dementiert. Eine Analyse anhand eines Praxisbeispiels.

Rankingfaktoren: die Theorie zu Nutzerverhalten, Social Signals

Es gibt zahlreiche Studien, zuletzt von Searchmetrics (Download), die bei den Korrelationslisten Nutzersignale wie die Klickrate oder soziale Signale auf Facebook, Google+, Twitter usw. recht weit oben listen:

SEO Ranking Faktoren 2014 von Searchmetrics (Auszug)

SEO Ranking Faktoren 2014 von Searchmetrics (Auszug)

Wohlgemerkt geht es hier um Korrelation, nicht zwingend um Kausalität.

Korrelation versus Kausalität – ein Beispiel

Eine Seite rankt aufgrund anderer Faktoren wie Backlinks sehr gut, erhält daher viel Aufmerksamkeit bedient diese Besucher gut. Als Folge weist die Seite überdurchschnittliche Nutzersignale auf und bekommt auch viele sozialen Signale in Facebook, Google+, Twitter, Pinterest und Co.
Damit korrelieren Benutzerverhalten, sozialen Signale mit dem guten Ranking, sind aber kein Rankinggrund, sondern eher eine Folge.
Infolgedessen bezeichnet Searchmetrics Social Signals als Bonusfaktor, User Signale dennoch als Rankingfaktor.
Auch auf der SEOkomm 2014 waren User Intent und Social Signals ein Thema. Das Thema ist und bleibt also weiter spannend.

Hintergrund

Suchmaschinen wie Google (und aktiv Yandex) versuchen den Einfluss von Verlinkungen als Rankingfaktor zu reduzieren. Denn diese Verlinkungen sind manipulierbar und relativ aufwändig wertbar.
Um dennoch gute Ergebnisse zu liefern, müssen dafür andere aussagekräftige und weniger leicht manipulierbare Faktoren wichtiger werden.
Da kommen schnell das Nutzerverhalten (User Intent) und deren Auswirkungen wie social Signals ins Spiel.
Als Besuchersignale sind insbesondere spannend:

  • Klickrate (CTR) einer Seite auf einem bestimmten Platz zu einer Suchphrase im Vergleich zu einer anderen Seite auf diesem Platz zu dieser Suchphrase.
  • So genannte Short Clicks; wenn Besucher häufig schnell auf die Ergebnisseite nach einem Klick zurück kommen und einen der nächsten Ergebnislinks klicken. Darin liegt die Vermutung, das erst geklickte Ergebnis war wenig(er) hilfreich.
  • Aufenthaltsdauer, Seitenaufrufe und Absprungrate, wobei hier pauschale Wertungen natürlich schwierig sind.

Es gibt dazu auch einige Patente (Beispiel), welche Ziele, Vorgehensweise und Möglichkeiten skizzieren.

User Intent als Rankingfaktor (Patent, Auszug)

User Intent als Rankingfaktor (Patent, Auszug)

Google und Bing

Was sagen also die beiden großen Suchmaschinen Google und Bing dazu.
Google hat durch Matt Cutts und Johannes Müller dies sowohl für Social Signals wie auch teilweise für User-Intent-Signale dementiert, auf Deutsch bei Sistrix schön nachzulesen.
Dennoch berücksichtig Google natürlich mögliche Verweise auf sozialen Netzwerken wie von normalen Webseiten, sofern diese crawlbar sind, womit wir beim nofollow-Thema wären…aber behandelt diese algorithmisch nicht speziell.

Für Bing hat Duane Forrester in einem lesenswerten Artikel erklärt, dass Bing aktiv Social Signals berücksichtigt. Wie weit, bleibt unklar. Dennoch nachdenkenswert seine Aussage:

„If we’ve got social signals that are telling us something is popular, then we want to take a look at that. We want to test that out. It’s no secret that we’re constantly testing in the algorithm.“

Praxisbeispiel

Vorweg: Es betrifft eine meiner privaten Seiten ohne kommerzielles Interesse. Da „leider“ 😀 seit ca. zwei Wochen zahlreiche Verlage und Magazine darüber berichten, ist die Analyse seitdem verzerrt. Dennoch habe ich natürlich einige historische Daten, welche einen Einblick erlauben, den ich hiermit teilen möchte.

Die Seite wurde inhaltlich nicht geändert und hat einen Google Analytics-Code.

Besucher

Besucherübersicht

Besucherübersicht


Die Seite schlug kurz nach Veröffentlichung anfang August in sozialen Netzwerken ein und wurde häufig geliked, geshared usw. Dies erfolgte in zwei Wellen, die man ganz links in obiger Grafik sehr deutlich sehen kann.
Die Seite war im Goolge Index, aber bis November ohne nennenswerte Backlinks.

Besucherwerte

Besucherwerte


Besucherquellen

Besucherquellen


Die Besucherwerte sind insb. für einen praktischen Einseiter bei der Absprungrate sehr gut. Auch wage ich zu behaupten, die Seite bedient den Nutzer nahezu perfekt. Wie gesagt, es geht um eine unkommerzielle Information, die hier einzigartig aufbereitet und dargestellt ist.
Die Besucherquellen zeigen klar den hohen Anteil an Type-Ins und sozialen Netzwerken.

Rankings

Alle besucherbringenden Suchphrasen haben aufgrund langjähriger medialer Berichterstattung meist über 15 Millionen Treffer, in denen praktisch alle großen Nachrichten- und Mediendomains (überrraschenderweise doch kein Anagram für Mediadonis) enthalten sind.
Bis zum 15. November gab es praktisch keinen nennenswerten Link, nur eine handvoll kleinerer eher privater Webseiten haben die Seite empfohlen, was in Summe meist pro Seite maximal 20 Besucher brachte. Also sehr überschaubar.

Wollen wir nun Besucher in Zusammenhang mit Rankings bringen wird es schwierig. Denn beispielsweise ist der Sistrix Sichtbarkeitsindex kein Traffic-Index (auch kein SEO-Traffic-Index) und zudem nicht linear. Dies macht den Vergleich bei den geringen Werten schwierig, zumal die Skala in Google Analytics gleich eine ganz andere ist.
Ich habe daher anhand bekannter Besucher-Ranking-Werten versucht dies vereinfacht und einigermaßen realistisch abzubilden. Das erhebt daher keinen wissenschaftlichen Anspruch ist aber dennoch nachdenkenswert.

Ein Rankingfaktor?

Ein Rankingfaktor?

An obiger Grafik erkennt man, dass die social Signals zu Beginn „nur“ viele Besucher (blau) brachten und wieder weitgehend abebbten (dieses Wort hätte ich früher bei Galgenmännchen verwenden sollen…). Ab dem zweiten Hype im August kamen dann nach und nach immer mehr Rankings (rot) ohne Links oder dergleichen dazu. Die Seite änderte sich nicht. Durch die ersten Rankings und die Präsenz in den sozialen Netzwerken stiegen die Besucherzahlen langsam aber konstant an.

Ab Anfang Oktober folgten plötzlich sehr gute Rankings, für die es aus meiner Sicht keinen klassischen Anlass gab. Es gab keine neuen Links und an der Seite wurde auch nichts geändert. Die Besucherzahlen blieben insoweit sogar hinter den eigentlich spannenden Rankings zurück.
Erst durch die Berichterstattung ab Mitte November und die erhöhte Nachfrage zu diesem Thema stiegen dann auch die Besucherzahlen entsprechend den Verlinkungen und Rankings.

Schlussfolgerung

Meine Erklärung ist derzeit wie folgt.
Google erkennt an den beiden Hypes relevante Signale (User Intent und soziale Netzwerke) und beginnt die Seite anzutesten. Dies bewährte sich hinsichtlich der Nutzersignale, so dass ab Anfang Oktober der Seite mit noch besseren Rankings mehr vertraut wurde. Da die Werte etwas hinter diesem Bonus zurückblieben, gingen auch die Rankings leicht Mitte November zurück. Danach kamen die Links und machten alles kaputt. 😉
Ich würde daher Nutzerverhalten und insbesondere social Signals als Relevanzindikator und Vertrauensfaktor bezeichnen.

Wie gesagt, dies ist nur meine Einschätzung. Auch hinkt der Vergleich Besucher und Rankings mittels eines Indizes für so einen kleinen Fall. Aber er bringt ein weiteres Stück Input in diese doch recht nebulöse Diskussion und soll alle Leser anhalten, sich vermehrt Gedanken zur Teilbarkeit in sozialen Netzwerken und einer positiven Nutzererfahrung zu machen.

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Ein Kommentar zu Social Signals, Nutzerverhalten ein Rankingfaktor?!

Vielen Dank für den interessanten Artikel!

Wichtig ist aber bei dem ganzen Social Media Hype, die Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren. Denn wenn diese nicht in den Social Media aktiv ist, dann macht eine Social Media Strategie auch nicht allzu viel Sinn. Und Social Media zu befüllen ist alles andere als eine Aufgabe, die man mal so einfach nebenbei machen kann. Dabei kann einfach zu viel schiefgehen.

Gravatar von Sonja - via garvatar.org Sonja →
Kommentar 1
19. August 2015 um 10:25 Uhr

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